Forschungsphase für unser drittes Tanzstück

 

Erste Vorbereitungen für unser drittes Tanzstück: Wir waren im Schwarzwald auf dem Braunberg und am Mummelsee (um den sich nebenbei eine ebenso interessante wie traurige Sage rankt). 

Nein, den Namen des Stücks werden wir hier noch nicht verraten, aber dafür werdet ihr einiges über das Thema erfahren.


Ich (Kristina ) habe mich mit Ricarda und Matthieu über die Forschungsphase unterhalten und mir von ihnen erzählen lassen, was in dieser Zeit passiert ist.

 

Hier könnt ihr unser Gespräch nachlesen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Forschungsphase – was bedeutet das, wofür ist sie im Entstehungsprozess des Stücks da?

Ricarda: Forschungsphase bedeutet für uns, dass wir für das neue Tanzstück forschen, also was wir in dem Stück machen wollen. Und klar, erst mal weiß man nicht, wohin es führt, aber die Forschung ist dafür da, dass wir Tänzer einen Ansatz haben, wohin es geht.

 

Mit was genau habt ihr euch in der Forschungsphase beschäftigt? Was soll denn das Thema des neuen Tanzstücks sein?

Matthieu: Natur und Zukunft.

 

Ihr solltet euch während der Forschungsphase mit Natur und Zukunft beschäftigen. Wie lief das ab?

Matthieu: Wir waren auf dem Braunberg, im Wald. Und später an einem See.

Ricarda: Zuerst ist eine Frau gekommen, die sich mit Kräutern auskennt, und hat uns ganz viel über verschiedene Kräuter erzählt und darüber, was man mit den Kräutern machen kann und wogegen die helfen, was sie bewirken. Und dann haben wir am Ende aus den Kräutern – wir haben Kräuter gesammelt – Kräuterbutter gemacht.

 

Also ist da auf jeden Fall schon mal was Gutes dabei rausgekommen.

Ricarda: [lacht] Ja. Die war lecker.

 

Und wie ging es dann weiter? Gab es noch weitere Übungen oder Aufgaben?

Ricarda: Also wir hatten zwei Plakate und darauf standen verschiedene Sätze. Wir sollten uns dann zu den Themen Wörter oder Sätze überlegen.

 

Was standen denn auf den Plakaten für Sätze? Wozu genau solltet ihr euch etwas überlegen?

Mathieu: Auf dem einen Plakat ging es um die Natur heute und auf dem anderen um die Natur später, also in der Zukunft.

 

Und dazu musstet ihr euch dann Wörter, Themen und Sätze überlegen.

Könnt ihr euch noch an bestimmte Wörter oder Themen erinnern, die euch in den Gruppen eingefallen sind und die euch besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Matthieu: Meteorit. Und Satellit. William hat dann auch einen Satelliten gezeichnet. Er kann wirklich gut zeichnen. Das kann ich nicht so. Kannst du gut zeichnen, Kristina?

 

Nein, nicht besonders …

Ricarda: Dann sind wir schon drei. [lacht]

 

Was ist dir noch von den Plakaten im Gedächtnis geblieben, Ricarda?

Ricarda: Naturkatastrophen.

Matthieu: Ach ja, radioaktiv, stimmt.

Ricarda: Ja, genau. Dazu haben wir uns dann auch einen Film angeguckt.

Matthieu: Ja, mit dem Elch, der drauf geschissen hat.

 

Was? Ein Elch, der drauf geschissen hat?

Matthieu: Ja.

Ricarda: Wir haben uns einen Film angeguckt, ich kann dir den Titel nicht mehr sagen.

 

Und da ging es um Radioaktivität?

Ricarda: Ja, dass das schädlich ist. Für die Menschen. Und dass die Menschen auch daran sterben können. Und dann hatten William und Timo drei verschiedene Plakate zum Film. Wir sollten Zweiergruppen bilden und jede Gruppe sollte sich zu einem Aspekt aus dem Film was überlegen. Tim und ich, wir hatten zum Beispiel Klang.

 

Solltet ihr euch Klänge überlegen?

Ricarda: Nein, wir sollten überlegen, wie die Musik im Film war, also düster oder fröhlich …

 

Und du, Matthieu, mit wem warst du zusammen in einer Gruppe?

Matthieu: Ich war mit Muk, wir hatten Wunder.

 

Wunder? In dem Film?

Matthieu: Ja, was uns wunderte in dem Film.

 

Ach so, verstehe. Was hat dich denn gewundert, weißt du das noch?

Matthieu: Dass der Elch darauf geschissen hat.

 

Ah, schon wieder der scheißende Elch. Jetzt erklär noch mal: Wo hat denn der Elch drauf geschissen und warum hat dich das gewundert?

Matthieu: Auf Schnee. Da war ein Elch, der hat drauf geschissen. Da wächst nichts mehr wegen radioaktiv und er war einfach da und hat einfach nur geschissen.
[Anmerkung der Redaktion: Hier ist wohl vor allem die Situationskomik gemeint. Der Elch, der auf Probleme scheißt, die in diesem Moment im Film thematisiert werden. Bei diesen Problemen handelte es sich konkret um die Frage, wie zukünftige Generationen vor der Radioaktivität in der Gegend (z.B. in Form von Texten oder Symbolen) gewarnt werden können und ob der Einsatz solcher Texte und Symbole sich vielleicht auch kontraproduktiv auswirken könnte, weil sie erst recht das Interesse der Menschen wecken könnten.]

Ricarda: Bei uns gab es auch welche, die gesagt haben, das ist kein Elch. Wir waren uns alle nicht einig.

Matthieu: Und dann waren da noch Dornen.

 

Dornen?

Matthieu: Ja, weil man da nicht hingehen durfte an den Ort, weil der gefährlich ist. Da waren Bilder, um den Menschen zu zeigen, dass sie da nicht hingehen durften. Zeichen für Gefahr. Dornen und auch ein Totenkopf. Die Strahlung ist giftig, die macht deinen Körper kaputt.

 

Ihr habt dann also in den Gruppen alles gesammelt, was euch an dem Film aufgefallen ist.

Matthieu: Ja, und uns darüber ausgetauscht.

 

Und was passierte dann?

Matthieu: Wir sind auf dem Braunberg auch in den Wald gegangen. Erst mal sind wir schweigend hochgelaufen. Und dann haben wir Sachen aus der Natur gesammelt. Wir sollten eins damit werden, uns mit der Natur verbinden.

Ricarda: Ich bin da im Wald auch über meine Grenzen hinausgegangen. Irgendwann bin ich aus dem Rolli raus und habe mich auf den Waldboden begeben. Das war eine neue Erfahrung, aber auch interessant.

Matthieu: Ja, und nach dieser Übung später wollte William, dass wir den Wind nachmachen.

 

Den Wind als Bewegung? Oder die Geräusche?

Matthieu: Nein, keine Geräusche. Bewegungen. Das war gut.

 

Ihr habt vorhin auch einen See erwähnt?

Ricarda: Genau, das war ganz zum Schluss. Da ging es um Wasser.

 

Was solltet ihr mit dem Wasser machen?

Ricarda: Wir saßen erst mal alle am Rand und haben mit dem Wasser herumprobiert. Wie so kleine Kinder, die im Wasser spielen. Sogar Selma [der Hund] ist da reingegangen. Und dann hat jeder sich etwas genommen, zum Beispiel einen Stock oder Steine, und die ins Wasser geworfen und so. Und dann haben wir gesehen, was das mit dem Wasser macht, wie es sich bewegt.

 

Würdet ihr sagen, die Forschungsphase hat euch für das kommende Stück weitergebracht?

Ricarda: Ja, ein Stück weit schon, aber man muss natürlich in den Probenphasen trotzdem immer wieder weiterforschen. Bis man weiß, welche Bewegungen man machen möchte, oder bis man auch weiß, welche Bewegungen William will. Klar, er sagt uns auch was und gibt uns Tipps, aber er gibt uns die Choreografie nicht einfach vor, sondern wir erarbeiten das zusammen.

Matthieu: Richtig.

 

Glaubt ihr, dass ihr auch jetzt im Rahmen der Forschungsphase schon Bewegungen gefunden habt? Oder kommt das Erarbeiten der Bewegungen komplett erst in der nächsten Phase?

Ricarda: Also ich habe für mich jetzt noch nicht wirklich Bewegungen gefunden.

Matthieu: Ich habe schon ein paar Bewegungen im Kopf, bei denen ich denke, das könnte vielleicht passen. Also mir hat die Forschungsphase da schon geholfen. Ja, mal schauen, wie es jetzt weitergeht.

 

Wann steht denn die nächste Probenphase an?

Matthieu: Nächste Woche.

 

Nächste Woche schon. Die ist dann in Lahr?

Matthieu: Ja, im Tanzraum. Da geht’s dann richtig an die Wurscht. [lacht]. Also, da geht’s jetzt richtig los, mit allen Tänzern. Da werden wir sehen, wie es ist.

 

Super, dann sind wir gespannt, wie es weitergeht. Vielen Dank euch beiden.

 

 


#ATME bei der Tanzwoche in Dresden

Vom 21. bis zum 24. April waren wir auf der Tanzwoche in Dresden. An zwei Tagen sind wir dort im Projekttheater mit unserem Tanzstück #ATME aufgetreten.
Dresden war für uns eine neue Stadt, die wir am ersten Tag auch etwas näher erkunden konnten. Wir haben einiges gesehen: die Frauenkirche - wenn auch leider nur von außen -, die Statue des Goldenen Reiters, der sich als August der Starke entpuppte, und viele Pferdekutschen, in denen Ricarda gerne gefahren wäre. In einem Schaufenster stießen wir auch auf eine Puppe, die unserem Clemens zum Verwechseln ähnlich sah.

Nach unserer kleinen Dresden-Tour und einer Stärkung standen als erstes das Ausladen des SZENE 2WEI-Buses und anschließend eine Probe an. Die Bühne des Projekttheaters, in dem unsere Auftritte stattfinden sollten, war tiefer als die, die wir von vorherigen Performances gewohnt waren. Für uns bedeutete das, dass wir uns in einigen Dingen etwas umstellen mussten. Trotzdem war es schön, auf einer Bühne aufzutreten, die so viel Tiefe bot. Für Ricarda und Matthieu ist klar: Auf einer solchen Bühne tanzt es sich besser. Sie bietet ein besonderes Gefühl von Sicherheit und Klarheit. "Ich konnte richtig Speed geben", erzählt Ricarda. 
Unsere beiden Performances fühlten sich dementsprechend unglaublich gut an. "Die Abfolge funktionierte super", berichtet Matthieu. Nach der ersten Aufführung gab es für alle Blumen - gelbe Rosen, die schließlich gesammelt in einer großen Vase in unserem Hostel standen. 

Es war eine schöne Zeit, Dresden. Wir kommen gerne wieder!     


#ATME on tour ist vorbei – eine Bilanz

Im Januar haben wir unsere #ATME-Tour beendet. Eine aufregende und erlebnisreiche Zeit liegt nun hinter uns. Mit Stationen in Offenburg, Köln, Berlin, Karlsruhe und Essen waren wir an neuen und auch an altbekannten Orten und haben dabei wunderbare Menschen getroffen. Es war schön zu sehen, wie aufgeschlossen uns die Zuschauer begegnet sind und wie interessiert sie sich in den Workshops gezeigt haben. An jede unserer Performances schloss sich ein Publikumsgespräch an, jedes Mal mit großem Erfolg. Auch für uns waren die Publikumsgespräche in diesem Umfang eine neue Erfahrung, die uns viele Eindrücke beschert und aus der wir einiges gelernt haben. Danke noch einmal an dieser Stelle an alle, die uns bei unserer Tour auf unterschiedlichste Weise begleitet und unterstützt haben. Ihr wart großartig!

Was behalten wir nach #ATME on tour zurück? Was sind unsere Eindrücke, was haben wir gelernt? Ricarda, Jörg und Matthieu, drei unserer Tänzer, haben sich darüber Gedanken gemacht. Für alle drei war es die bisher größte Tour, entsprechend intensiv haben sie die gemeinsame Zeit erlebt.
Sie erzählen von dem Vertrauen, das sich innerhalb der Gruppe noch intensiviert hat, von einem immer stärker werdenden Zusammenhalt im Laufe der Zeit. Und auch tänzerisch haben sie sich weiterentwickelt, haben mehr Kraft, Ausdauer und Fokus entwickelt. Ricarda hat es besonders gefreut, dass Bekannte und Freunde ihr diesen Umstand während der Tour bestätigten. 
Für Jörg war außerdem ein anderer Aspekt wichtig: die Workshops. Er ist bereits seit längerer Zeit fest als einer der Workshopleiter aktiv und beobachtet an sich auch in dieser Hinsicht eine Weiterentwicklung. Matthieu, der das Anleiten innerhalb der Workshops noch trainiert, hat während der Tour gemeinsam mit Jörg regelmäßig eine Übung vermittelt. "Bodybuilder" nennen sie die Sequenz, die auch im Stück eine große Rolle spielt. Das Anleiten gemeinsam mit Jörg hat ihm gut getan, er hat dadurch zunehmend Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten als potenzieller Workshopleiter gefasst.
Natürlich gab es für die drei auch Situationen, die zunächst nicht einfach waren. Nur mit Unterwäsche bekleidet auf der Bühne zu stehen, zum Beispiel. Aber auch daran gewöhnten sie sich schnell. Jörg bringt es schließlich treffend auf den Punkt: "Es sieht gut aus. Jeder ist perfekt." Was soll man da noch hinzufügen? :-)

Unsere Tour ist nun vorbei, aber das nächste Stück, das Finale unserer KALA trilogie, steht schon in den Startlöchern. Erste Vorbereitungen werden bereits jetzt getroffen und sobald wir mit den Proben beginnen, werdet ihr hier natürlich mehr darüber erfahren. Wir freuen uns, wenn ihr weiterhin dabei bleibt!     


Impressionen einer bewegten Zeit – #ATME on tour 

Fotos: Georg Schreiber


Premiere von #ATME in Offenburg

#ATME feierte am 18. November in der Reithalle Offenburg Premiere und es war phantastisch.
Sagenhafte 230 Zuschauer waren dabei – alle Altersgruppen, unterschiedliche Nationalitäten, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung … Hier möchten wir deshalb Danke sagen. Danke nicht nur fürs Kommen, sondern auch für all eure Fragen, für euer Interesse und eure Unterstützung. 

Das Publikumsgespräch bot Raum für alle möglichen Arten von Fragen, die von den unterschiedlichsten Menschen kamen. Es wurde nach Clemens gefragt – der sich sowieso als der heimliche Star des Stücks entpuppte. Das hätte er sicher nicht gedacht, dass er, die Schaufensterpuppe, mal eine solche Karriere hinlegen würde. Aber auch die Manipulation von Körpern oder umgekehrt das Manipuliert-Werden waren Themen. Ihr habt euch für den Schaffensprozess des Stücks interessiert, für die Herkunft unserer Künstler, dafür, wie warm oder kalt es sich anfühlt, wenn man nur noch in Unterwäsche auf der Bühne tanzt. Die Audition war Thema, die uns Anfang des Jahres wunderbare neue Künstler beschert hat, und natürlich die #ATME-Musik, die Tim unserem Stück quasi „auf den Leib geschneidert“ hat. Eine halbe Stunde hatten wir und das Publikum so die Möglichkeit zu einem wirklich schönen Austausch, der hoffentlich alle bereichert hat.

 

Der Workshop war schließlich der krönende Abschluss eines gelungenen Wochenendes. 30 Menschen nahmen teil und konnten unser Stück so aus einer neuen Perspektive kennenlernen. Auch hier war Clemens das Highlight. Jeder wollte mit ihm experimentieren, ihn auseinandernehmen und irgendwann waren seine Körperteile völlig losgelöst mit den unterschiedlichsten Teilnehmern im Raum unterwegs. Das alles begleitet von der Live-#ATME-Musik, die ja auch aus dem Stück selbst nicht wegzudenken ist.

 Danke auch hier an alle Teilnehmer für das Mitmachen und das Sich-Einlassen. Ihr wart toll.


Es ist soweit ... der Trailer zu #ATME ist online!!!


#ATME – die letzte Probenphase

 

Vom 5. bis zum 19. Oktober 2017 hat sich das gesamte #ATME-Ensemble für die letzte Probenphase in Lahr im Schwarzwald eingefunden. In dieser Zeit ist wieder einmal viel passiert. Hier möchten wir euch an unseren Erlebnissen teilhaben lassen.

Nachdem wir in den vergangenen Probenphasen als Gesamtgruppe und auch in kleineren Konstellationen die einzelnen Szenen unseres Stücks entwickelt und immer wieder an ihnen gearbeitet haben, konnten wir in den letzten Wochen all diese Einzelteile endlich aneinanderhängen, an Übergängen feilen und die ersten Durchläufe machen. Das ist jedes Mal wieder etwas ganz Besonderes bei der Entstehung eines Tanzstücks. Es ist wie bei einem Puzzle: Man sieht die einzelnen Teile, erkennt darauf bereits Einzelheiten, kann aber das Gesamtbild mit den Eindrücken und Emotionen, die damit verbunden sind, lediglich erahnen. #ATME schließlich als Ganzes zu sehen oder es, wie in unserem Fall, tänzerisch zu erfassen, war für uns alle ein wichtiger Moment. 

Aber natürlich sind bei einem Tanzstück nicht nur die in der richtigen Reihenfolge einandergereihten Szenen und Übergänge wichtig für das Gesamtbild, sondern auch die Musik. Und auch die entstand in den letzten Wochen hier in Lahr. Tim Bücher hat sie uns sozusagen „auf den Leib komponiert“ und dabei Elemente des Stücks und Aktionen des Ensembles mit einbezogen. Da sind zum Beispiel Plastikgeräusche zu hören, das Klatschen der Gruppe, die Stimme von Fuuko. Wir haben uns von der Musik inspirieren lassen, haben erspürt, was sie mit uns macht und dann unser Gesamtbild zusammengesetzt. Und was für ein Gesamtbild das ist. Energetisch und kraftvoll zeigt es uns Tänzer auf einer Reise, während derer wir uns fortwährend verändern – mal sind wir leblos, hilflos, gefangen, dann wieder lebendig, stark und stolz. Aber zu viel wollen wir über das Stück jetzt natürlich noch nicht verraten …

Neben Tim war auch Clément Debras während der letzten Probenphase bei uns. Er ist zuständig für unser Bühnenbild und die Kostüme. Zum ersten Mal probten wir in den für uns vorgesehenen Kleidungsstücken, testeten aus, wie beweglich wir in ihnen sind und wo noch Änderungen vorgenommen werden müssen. 

Wir lernten die Elemente des Bühnenbilds kennen, Requisiten, die sich während des Stücks auf der Bühne befinden werden, und integrierten sie in die Choreografie.

Und als all das schließlich getan war, als alles richtig saß, die Musik fertig und das Bühnenbild perfektioniert war, besuchte uns Paul Meuth, um unseren Teaser zu drehen und Fotos zu machen. Er war einer der ersten Menschen, die #ATME komplett gesehen haben. Mit allem, was dazugehört. Während wir tanzten, war er die ganze Zeit mit der Kamera um uns herum. Den Teaser haben wir bereits hier auf dem Blog und auch auf Facebook mit euch geteilt. In den nächsten Wochen wird außerdem ein Trailer dazukommen.

Auch auf die Workshops, die wir verbunden mit jedem #ATME-Auftritt anbieten, haben wir uns in unserer letzten Probenphase vorbereitet. Dafür haben wir Gespräche geführt, unsere Stärken und Schwächen ausgelotet und den Entstehungsprozess des Stücks Revue passieren lassen. Besonders berührend war eine Situation, in der wir Stärken nicht nur von uns selbst, sondern auch von einer anderen Person aus dem Ensemble benennen sollten. Dabei wurden drei Dinge offensichtlich: Jeder von uns hat Stärken. Es ist nicht einfach, über die eigenen positiven Seiten zu sprechen – dafür erkennen die anderen sie umso mehr an.

Es war eine wunderbare letzte Probenphase, die voll war mit besonderen Erlebnissen. Wir kennen nun das Gesamtbild von #ATME. Und wir freuen uns darauf, es auch euch bei einem unserer Auftritte zu zeigen.

Bis dahin schaut euch gerne weiter auf unserem Blog um, wir halten euch hier und natürlich auch auf Facebook auf dem Laufenden.   



Unser neuer Menüpunkt: das Team

 

In unserem letzten Post hatten wir bereits angekündigt, dass wir unser Team näher vorstellen möchten. Und zwar nicht nur die Tänzer, die im Rahmen der Audition im vergangenen Mai neu zu uns gestoßen sind, nein, alle Menschen, die auf und hinter der Bühne an der KALA trilogie mitwirken.
Im Menü findet ihr deswegen seit heute den Button "Team". Dort starten wir unsere Vorstellungsrunde mit allen beteiligten Tänzern. Natürlich kommen in der nächsten Zeit noch weitere wichtige Menschen hinzu. Schaut also ruhig öfter mal vorbei ...
Viel Spaß beim Lesen :)  


Beginn der Proben für das 2. Tanzstück

Am 3. Juli haben wir mit den Proben für unser neues Tanzstück begonnen, zunächst in der Gesamtgruppe, dann in kleinen Konstellationen. 
Da wir unser Ensemble nach der Audition um drei! Tänzer ergänzt haben, waren nun einige neue Gesichter dabei, was den Prozess für uns noch spannender gestaltet hat. 
An dieser Stelle sei übrigens bereits darauf hingewiesen, dass zu allen Tänzern und sonstigen am Stück Beteiligten bald ausführliche Informationen auf unserem Blog erscheinen werden. So bekommt ihr nicht nur alle notwendigen Informationen zu den neuen Tänzern, sondern zu uns allen, und könnt euch ein noch besseres Bild machen. 
Aber weiter zu den Proben: Es war spannend und schön gleichzeitig, zu sehen, wie schnell alle als Gruppe zusammengewachsen sind. Von Anfang an herrschte eine große Achtsamkeit untereinander. Wir haben viel experimentiert, haben uns in der Gesamt- und in Kleingruppen ausprobiert und so ein großes Vertrauen zueinander aufgebaut. Für Ricarda etwa, die im Rollstuhl sitzt, war es zunächst nicht einfach, sich mit Eiji auf einen neuen und zunächst völlig unbekannten Partner einzulassen, der sie hochhob, drehte, durch die Luft wirbelte. Doch Zeit und die Freude daran, gemeinsam etwas zu entwickeln, ließen jegliche Unsicherheit schnell vergehen.

 Um uns auf unser neues Stück optimal vorzubereiten, waren wir nicht nur im Tanzraum anzutreffen, sondern im Rahmen von Exkursionen auch anderweitig unterwegs. Wir besuchten eine Plastikflaschen-Recycling-Fabrik, um so mehr über die Entstehung und Weiterverarbeitung dieses Materials zu erfahren, beschäftigten uns auf dem Braunberg im Schwarzwald mit Yoga und Meditation und machten auf dem Mundenhof in Freiburg Experimente zum Thema Natur und Sinne.
Voll neuer Eindrücke kehrten wir nach jeder Exkursion in den Tanzraum zurück, probierten aus und setzten um, was wir über uns, über andere und anderes gelernt hatten. Wir experimentierten mit Raum- und Sinneswahrnehmung, meditierten zu Beginn und Ende jedes Trainingstages, beschäftigten uns mit unseren Körpern, mit Muskulatur und Faszien.

Diese erste Probenphase ist nun zu Ende, im September geht es frisch und ausgeruht weiter. Es war eine inspirierende, wundervolle Zeit, ebenso anstrengend wie anregend, und wir können sagen, dass das zweite Stück der KALA trilogie immer klarere Formen annimmt. Wir freuen uns schon jetzt darauf, es bald mit euch allen teilen zu können. Bis dahin halten wir euch hier mit weiteren Infos und Fotos auf dem Laufenden. Schaut doch mal in unserer Galerie vorbei ...


Auftritt bei Hamburger Festival 

 

Moin moin alle miteinander. Uns hat sich eine wunderbare Möglichkeit eröffnet: Im Juli fahren wir nach Hamburg, um dort an dem ersten professionellen mixed-abled Festival, dem AusSicht Festival teilzunehmen. Veranstalter ist das monsun.theater.
Es haben sich Produktionen und Kompanien aus ganz Europa beworben, um hier teilnehmen zu können. SZENE 2WEI ist mit TARUN, dem ersten Teil der KALA trilogie, dabei. Wir werden am 14.7. um 21 Uhr auftreten und zudem die Möglichkeit haben, uns mit interessanten und engagierten Teilnehmern, Künstlern und natürlich mit den Zuschauern auszutauschen. Eine Plattform wie diese bietet die besten Bedingungen, auf authentische und kreative Weise Grenzen zu überwinden. Wir freuen uns sehr, ein Teil davon sein zu dürfen! 

Hier der Veranstaltungs-Link für weitere Informationen:
http://www.monsuntheater.de/programm/2017/extras/aussicht_tarun.html

 


AUDITION am 6. Mai 2017 in Lahr

Am vergangenen Samstag haben wir unsere erste Audition veranstaltet, ein Vortanzen, um neue Tänzer für unser nächstes Tanzstück zu finden. Schon im Vorfeld kam viel Arbeit – im absolut positiven Sinne – auf uns zu, denn es waren unglaubliche 84! Bewerbungen bei uns eingegangen. Aus so vielen begabten und motivierten Menschen  diejenigen auszuwählen, die bei der Audition dabei sein sollten, war nicht einfach. Trotzdem haben wir uns schließlich für eine überschaubare Gruppe entschieden, die am Samstag um 12 Uhr in unserem Tanzraum in Lahr zusammenkam.

Ricarda, Jörg, Matthieu und Deborah, die bereits Teil unseres Ensembles sind (Ricarda, Jörg und Matthieu kennen einige sicherlich schon vom ersten Tanzstück unserer KALA trilogie, TARUN), waren ebenfalls bei der Audition dabei, da wir sehen wollten, wie die einzelnen Bewerber mit ihnen harmonierten. Nach einem kurzen Kennenlernen und Aufwärmen bewegten sich alle miteinander im Raum, mal in Zweier- oder Dreiergruppen, mal alleine tanzend. Es war uns wichtig, die Audition nicht zu streng und formell zu halten, sondern sie eher wie eine Art Workshop zu gestalten, um eine lockere Atmosphäre zu ermöglichen. Und das gelang absolut.

Schon früh schwante uns, dass die Entscheidung für nur einen oder zwei der Bewerber eine schwere Aufgabe werden würde. Im Prinzip hätte man mit dieser Gruppe, so, wie sie am vergangenen Samstag in unserem Tanzraum zusammenkam, ein Stück machen können. Wir machten Improvisationsübungen mit den Teilnehmern, ließen sie mit Plastikgegenständen experimentieren – denn ja, so viel sei schon verraten, Plastik wird in unserem nächsten Stück eine wichtige Rolle spielen –, teilten sie mit Ricarda, Jörg, Matthieu und Deborah in Zweiergruppen ein und ließen sie in diesen Zweiergruppen schließlich eine kurze Tanzsequenz erarbeiten, in die jede der Gruppen einen Plastikgegenstand einbinden musste. Es kamen wunderbare kleine Aufführungen dabei heraus, auch deshalb, weil in der kurzen Zeit, die die Audition andauerte, in der Gesamtgruppe ein erstaunliches Vertrauen entstanden war. Es gab keinerlei Berührungsängste, keine Scheu. Es war wirklich schön, das mitanzusehen!

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen Teilnehmern für diesen großartigen Tag bedanken. Am liebsten würden wir uns für alle entscheiden, auch wenn das leider nicht möglich ist.

 

Natürlich werden wir hier im Blog bald darüber berichten, auf wen unsere Wahl gefallen ist und wer unser Ensemble beim nächsten Tanzstück bereichern wird.

Weitere Fotos unter: https://www.kalatrilogie.com/gallery/